Worum es überhaupt geht
Programme auf Unix-Servern des Rechenzentrums mit grafischer Oberfläche müssen über einen X-Server bedient werden. Diesen kann man entweder käuflich erwerben oder aber sich nach einer Gratis-Version umsehen. Kommerzielle X-Server sind alles andere als billig, die Gratis-Versionen werden bei Unixen oder auch Linux meistens mitgeliefert. Es gibt aber auch eine gute und kostenlose Alternative für Windows.
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Grundlagen
Das Konzept von X-Client und Server
Cygwin-Installation
die Grundlage für XFree86 unter Windows
Benutzung
Wie startet man es, was sieht man dann?
Verwendung mit RZ-Servern
Wie benutzt man dann Programme auf den RZ-Servern?
Was ist ein X-Server?
Unter einem X-Server versteht man ein Programm das in der Lage ist, Anfragen von Client-Programmen nach dem X11-Protokoll zu verarbeiten.
Und was heißt das im Klartext?
Das X Window System ist ein System für grafische Darstellungen und Benutzeroberflächen, das auch über das Netzwerk funktioniert. Die Ausgabe von Grafiken und die Eingabe von Tastendrücken und Mausbewegungen können also auf einem anderen Rechner sein als das Programm, das diese Ausgaben veranlaßt und die Eingaben letztlich verarbeitet.
Der X-Client ist das Programm, mit dem man die eigentliche Arbeit erledigt, der X-Server das Programm, was die Ein- und Ausgaben macht.
Was ist X.org?
Das ist ein freier X-Server, der für eine ganze Reihe von Betriebssystemen, Prozessortypen und Grafikkarten funktioniert.
Was ist Cygwin?
Cygwin ist eine UNIX-artige Umgebung unter Windows. Es funktioniert unter allen Windows-Versionen seit Windows95 mit Ausnahme von Windows CE.
Wieso brauche ich Cygwin, wenn ich nur einen X-Server haben will?
XFree86 stammt ursprünglich aus der UNIX-Welt, daher ist es deutlich weniger Arbeit, es unter Windows zum Laufen zu bringen, wenn man eine möglichst ähnliche Umgebung - eben Cygwin - benutzt.
Wie installiere ich alles nötige?
Sie müssen Cygwin nicht unbedingt auf Ihrem Computer installieren! Auf dem Linux-Software-Server finden Sie die XLive-CD. Mit dieser CD können Sie Cygwin direkt starten, ohne dass eine Installation auf Ihrem Computer nötig wäre. Sie können direkt zum Punkt Start von X.org springen.
Bevorzugen Sie eine lokale Installation, dann laden Sie zunächst die setup.exe von Cygwin
herunter und starten Sie diese.
Wählen Sie "Next"
Und nochmal "Next" - Install from Internet also.
Das "Root Install Directory" sollte noch einiges an Platz bieten - etwas
über 100 MB.
Die anderen Einstellungen lassen Sie am besten so, wie vorgegeben.
Geben Sie nun an, wohin temporäre Dateien während der Installation
gespeichert werden sollen:
Als nächstes wird nach der Art der Anbindung ans Internet gefragt. Falls Sie nicht vom Spiegel an der Ruhr-Uni herunterladen wollen, geben Sie hier
am besten den Proxy-Server der Uni an: www-cache.rz.ruhr-uni-bochum.de,
Port 80. Ansonsten belassen Sie es bei "Direct Connection".
Nachdem kurz eine Liste der verfügbaren Server heruntergeladen wurde,
wird sie zur Auswahl angeboten. Darunter befindet sich "linux.rz.ruhr-uni-bochum.de" - wählen Sie bitte diesen aus.
Der nächste Punkt ist die Paketauswahl.
Dabei muß auf einige Dinge geachtet werden:
OpenSSH: Unterhalb von "Net" (auf das "+" klicken) wählen Sie bitte
das Paket openssh aus. Klicken Sie dazu einmal auf "Skip", das dann in eine
Anzeige der Versionsnummer wechselt.
X11: Wählen Sie bitte auf die selbe Art unterhalb von
X11 diese Pakete aus:
- X-startup-scripts
- vorsichtshalber, falls die Zeichensätze
mal gefragt werden: xorg-x11-f100, xorg-x11-fscl
werden weitere nötige Pakete automatisch hinzugefügt. Sie können
natürlich auch noch mehr auswählen und aus Ihrem Windows ein halbes
Unix machen...
Danach starten Sie bitte per "Next" die Installation.
Nach - hoffentlich erfolgreichem - Abschluß der Installation der Pakete
wird noch angeboten, ein Icon auf dem Desktop und einen Startmenüeintrag
zu erzeugen.
Nachdem Sie auf "Finish" gedrückt haben, werden noch ein paar automatische
Schritte durchgeführt, aber im Prinzip haben Sie jetzt alles nötige
installiert.
Weitere Pakete können jederzeit übers "Setup" nachinstalliert werden.
Start von X.org
Starten Sie Cygwin und geben Sie in der
Cygwin-Shell (die Sie über "Cygwin" auf dem Desktop oder im Startmenü oder auf der CD
erreichen) bitte ein:
startx
Das, was Sie jetzt hoffentlich zu sehen bekommen, ist ein xterm-Fenster, das von Ihrem gerade
installierten X11-Server Gebrauch macht.
Wie verwendet man das nun sinnvollerweise?
Wir empfehlen die Anmeldung über ssh, weil dabei alle Daten, auch Ihr
Paßwort, verschlüsselt übertragen werden.
Wenn Sie - wie zu vermuten ist - Programme mit grafischer X-Oberfläche
benutzen wollen, sieht das Einloggen aus der ssh so wie folgt aus:
ssh -X loginid@servername.rz.ruhr-uni-bochum.de
beziehungsweise ab OpenSSH 3.8 (die Versionsnummer sehen Sie per ssh -V)
ssh -o ForwardX11Trusted=yes -X loginid@servername.rz.ruhr-uni-bochum.de
Praktischerweise wird das Setzen von $DISPLAY und ähnliches direkt von
der ssh gehandhabt.
Wenn Sie keine Lust haben, bei jeder Anmeldung diese lange Zeile zu tippen, hier ein alternativer Vorschlag:
Sie können Sie auch an die Datei
.bashrc in Ihrem Home-Verzeichnis einmalig eine (zugegebenermaßen noch längere) Zeile in folgender Form anhängen:
alias losgehts='read -p "loginID? " loginID; read -p "Server? " Server; ssh -X -o ForwardX11Trusted=yes ${loginID}@${Server}.rz.ruhr-uni-bochum.de'
Danach könnten Sie dann einfach "losgehts" im xterm eingeben und werden nach LoginID und Server gefragt.
Wenn Sie einen weitergehenden Automatismus (z.B. Start von xepsplot auf Mausklick) wünschen, so ist das selbstverständlich machbar. Hierzu verweise ich auf die manual pages (man programmname) zu ssh und bash sowie darauf, daß "startx" Kommandos aus der ~/.xinitrc ausführt.



